Wochenende der Wünsche

Will Spaß haben: SG Coach Christian Hager. FOTO MAYRWill Spaß haben: SG Coach Christian Hager. FOTO MAYR

Die einen träumen vom Duell mit dem FC Bayern, die anderen wollen ins Halbfinale: Diesen Sonntag vertreten die SG Bad Kohlgrub/Unterammergau sowie der TSV Murnau den Landkreis im Bezirksfinale – mit unterschiedlichen Chancen.

Bad Kohlgrub/Murnau – Weltmeister sind sie nicht geworden. Immerhin waren sie besser als Deutschland. Viertelfinal-Verlierer liest sich besser als Vorrunden-Versager. Aber restlos überzeugt haben die Murnauer E-Junioren ihren Trainer beim großen Münchner U11-Turnier im WM-Modus nicht. Dennis Desteks Team scheiterte am SV Dornau, einer der vielen Vereine aus dem Münchner Umland. Eine Gegend, die dem Paradies des bayerischen Fußballs gleicht. Es gebe so viele Münchner Mannschaften auf einem Top-Niveau, schwärmt der TSV-Trainer.

Auf dem Land ist man das nicht gewohnt. „Für uns ist das schwierig“, sagt der Uffinger. In der Liga fordert kaum ein Gegner den TSV. In der Rückrunde, in der Murnau gegen die besseren E-Junioren der Gegend antritt, haben die Drachen schon wieder alle fünf Partien gewonnen. Vorige Woche schlugen sie den Zweiten, die SG Bad Kohlgrub/Unterammergau, gleich 8:2. Allerdings stand bei den Ammertalern auch der Ersatz-Keeper im Tor. Ausfälle dieser Klasse lassen sich nicht kompensieren. „Den Luxus der Murnauer hätte ich gerne“, sagt Coach Christian Hager. An diesem Sonntag treten beide Vereine im Bezirksfinale des Merkur CUP 2018 an. Die Ziele unterscheiden sich – sowohl die geografischen, als auch die sportlichen.

Die Spielgemeinschaft hat längst erreicht, wovon ihr Trainer bei der Übernahme vor zwei Jahren geträumt hatte. „Ich habe damals gesagt: Ich möchte einmal im Bezirksfinale stehen.“ Doch sobald sich Träume erfüllen, weichen sie neuen Wünschen. In Weyarn wartet in der Parallel-Gruppe der FC Bayern München. Die Ammertaler müssten wohl Zweiter werden, um den Nachwuchs des Deutschen Meisters im Halbfinale zu fordern. Dazu muss sich die SG durch eine Hammer-Gruppe kämpfen. Geretsried und Fürstenfeldbruck stehen seit Jahrzehnten für Spitzen-Qualität im Jugendfußball. Der dritte Gegner Altenerding hat Hager am meisten beeindruckt. Nach einem Blick auf die Vereinshomepage sagt der Coach: „Da musst du einen kleinen Kniefall machen.“ Ähnlich wie der TSV Murnau hat die SpVgg im Erdinger Landkreis ein Nachwuchs-Zentrum geschaffen. „Eine Hausnummer“, betont Hager. Im Vergleich dazu sind die Ammertaler „der klassische Dorfverein, das Panama des Merkur CUP“. Seine Kicker sollen Spaß haben in Weyarn, einen schönen Ausflug genießen. Viele Eltern und Großeltern fahren mit. „Das ist unser letztes großes Highlight.“ Der komplette Kader rückt kommende Saison in die D-Jugend. Hager wird ihn weiterhin betreuen. Noch schöner wäre ein Abschied daheim gewesen. Doch die Veranstalter vergaben das Turnier nach Weyarn. Trainer-Kollege Destek, der sich mit dem TSV ebenfalls um das Bezirksfinale beworben hatte, sagt: „Das muss man nicht verstehen.“

Beide Klubs sehen’s pragmatisch. Immerhin fällt die Arbeit weg, die ein solcher Wettbewerb mit sich gebracht hätte. Die Drachen fahren nach Glonn (Landkreis Ebersberg), treffen dort auf die Gastgeber sowie Böbing und Unterpfaffenhofen. Sieht nach einer deutlich leichteren Vorrundengruppe aus. Murnau verfolgt aber auch andere Ambitionen als die Ammertaler. Das Halbfinale würde Destek gerne erreichen – am besten als Erster, um den starken Unterhachingern aus dem Weg zu gehen. Allerdings schätzt er die Hachinger Gruppenrivalen aus Gern ähnlich stark ein. „Das sind die stärksten Teams.“ Seine Burschen können relativ entspannt ins Turnier gehen, weil sie ausnahmsweise einmal nicht als Favorit gelten. Vorrunden-Gegner Unterpfaffenhofen sieht er als dritten Kandidaten fürs große Finale am 14. Juli. „Groß und wuchtig“ spiele der SC. Um diese Schränke auszuspielen, verlangt Destek hohes Tempo. Im Vergleich zum Kreisfinale vor einem Monat rücken ein paar neue in den Kader. Bei einem solch großen Pool an Kickern sei das normal. Destek sagt: „Verdient hätten es alle.“


VON ANDREAS MAYR

Quelle: Samstag, 30. Juni 2018, Garmisch-Partenkirchner Tagblatt / Lokales - Sport