Ein verflixtes Tor fehlt
Murnau verliert erst irres Vorrundenfinale im Fernduell, dann gegen Unterhaching im Halbfinale – Ammertaler Siebter

2018 07 02Glück: Öller nach dem ersten Ammertaler Tor des Turniers im Spiel gegen Altenerding. FOTO RABUSER

Pech: Maximilian Öller (l.) trifft den Pfosten. FOTO RABUSERPech: Maximilian Öller (l.) trifft den Pfosten. FOTO RABUSER
Glonn/Weyarn – Man könnte sagen: Drachen-starker Auftritt des TSV Murnau im Bezirksfinale des Merkur CUP. Die von Dennis Destek betreute E-Jugend erreichte beim Turnier in Glonn das Halbfinale, musste sich lediglich im entscheidenden Duell der übermächtigen SpVgg Unterhaching geschlagen geben. Am Ende sprang der dritte Rang heraus. Eine ordentliche Vorstellung zeigte auch die SG Bad Kohlgrub/Unterammergau. Zwar blieb der Achtungserfolg in der Vorrunde aus, doch war die Auswahl von Christian Hager mit einer Ausnahme immer nahe dran an einem Erfolg und krönte ihre Saison mit einem Sieg im Achtmeter-Drama.

Den emotionalsten Moment lieferte gleichwohl Destek – schon in der Vorrunde. Als das finale Gruppenspiel gegen die Ausrichter-Elf vom ASV Glonn abgepfiffen war, ruderte der TSV-Trainer mit den Armen, zog seine Kappe vom Kopf und wurde sich selbst gegenüber deutlich. „Mann, sind wir bescheuert“, entfuhr es ihm. Was war passiert? Murnau und Unterpfaffenhofen lagen praktisch gleichauf vor dem letzten Spiel. Zur Mittagszeit starteten sie auf den beiden Plätzen ein Fernduell. Dessen einziges Ziel war es, den Unterhachingern im Semifinale zu entgehen. Hierfür brauchte es den Gruppensieg. Murnau legte vor, wähnte sich im Vorteil. Samuel Rodriguez traf per Elfmeter, Ben Rüttinger schickte ein Traumtor hinterher. Mattheo Rüll und abermals Rodriguez erhöhten. Doch die Nervosität aufseiten der Trainer und Betreuer wuchs stetig. Unterpfaffenhofen knallte den Ball nach schleppendem Beginn plötzlich im Akkord in die Maschen der bedauernswerten Böbinger, zog auf 8:1 davon. Beim TSV hingegen wollte nach dem 6:0 plötzlich überhaupt nichts mehr klappen. „Wir können fünf Tore mehr machen, haben aber nur noch den Pfosten getroffen oder in den Rasen getreten“, bedauerte Destek den knappen Entscheid. Am Ende fehlte den Jungdrachen ein mickriger Treffer. „Das ist unfassbar“, haderte Destek. Verspielt hatten es die Murnauer gleichwohl gegen Böbing. Sie leisteten sich nach der 2:0-Führung einen „Blackout“, versäumten es nachzulegen, kassierten sogar einen Gegentreffer. „Das war richtig schlecht“, urteilte Destek. „Aber man muss den Jungs so etwas zugestehen.“ Natürlich hätten sie die Unterhachinger lieber im Endspiel empfangen. Aber auch so konnte sich das Resultat sehen lassen. Nach 0:3-Rückstand verkürzte der auffällige Rodriguez, mit 1:4 fiel die Niederlage erträglich aus. „Haching war zu gut“, sagt Destek und lobte die Leistung des späteren Turniersiegers. Murnau verabschiedete sich erhobene Hauptes vom diesjährigen Merkur CUP und sicherte sich durch Treffer von Rüll und Max Jahn den dritten Rang im Platzierungsspiel gegen Unterpfaffenhofen. „Die Jungs haben super gekämpft und sich gewehrt.“

Auch bei den Ammertalern gab es fast nur Worte des Lobes. Es war schon in Ordnung, was die Nachwuchskicker von Christian Hager auf den Platz brachten. Anders als bei vielen Konkurrenten fehlte den Bad Kohlgrubern ein wenig die Quantität, über eine so lange Distanz mithalten zu können. „Wir haben eine zu geringe Leistungsdichte“, monierte der Trainer. „Bei so einem Turnier musst du öfter wechseln können.“ Nach Niederlagen gegen Fürstenfeldbruck und Geretsried war die Sache praktisch schon durch. Am Ende unterlag die SG noch Altenerding 2:5. Auch weil Hager neben Torhüter Jakob Staltmeir eine weiterere Stammkraft verletzt austauschen musste. „Deswegen ist das letzte Ergebnis etwas höher ausgefallen“, erläutert der Coach. Immerhin: Maximilian Öller markierte mit einem Doppelpack die beiden einzigen Turniertreffer der Ammertaler, den Pfosten visierte er obendrein an. Hager haderte derweil mit dem Faktor Glück und sagt: „Hinten ist jeder Fehler bestraft worden, vorne haben wir überhaupt kein Glück gehabt.“ Das Spiel um Platz sieben gegen Gastgeber Weyarn entwickelte sich zum größten Krimi des Turniers. Es endete im Achtmeterschießen mit 11:10 für die SG. VON OLIVER RABUSER

Quelle: Montag, 02. Juli 2018, Garmisch-Partenkirchner Tagblatt / Lokales - Sport