FUSSBALL - Kreisligist Bad Kohlgrub will die ersten Punkte einfahren – Keine Zu- oder Abgänge

2022 02 11
Wieder aufstehen: Das ist das Ziel von Johannes Büchl und dem FC Bad Kohlgrub. F: MAYR/ARCHIV

Bad Kohlgrub – Neues Jahr, neues Glück? Schwierig, sich beim FC Bad Kohlgrub einfach nur an dieses Sprichwort zu klammern. Null Punkte sammelten die Ammertaler in der Hinrunde der Fußball-Kreisliga – bei 6:82-Toren wohlgemerkt. Bayernweit wies kein Kreisligist eine noch schlechtere Bilanz auf. Also bedient man sich beim FC lieber einer anderen Redensart, um den schrecklichen Herbst zumindest etwas Vergessen zu machen: Das Glück des Tüchtigen.

Anders als im Sommer des vergangenen Jahres wollen es die Bad Kohlgruber heuer unbedingt vermeiden, mit einem großen Fitnessrückstand im Vergleich zur Konkurrenz in die Runde zu starten. Zu oft brach das Liga-Schlusslicht in der Hinserie in Halbzeit zwei ein. Zu oft entstanden deshalb derbe Niederlagen, teils zweistellige. Seit Mitte Januar schart Trainer Oliver Pajonkowski seine Mannen aus diesem Grund um sich – wenn auch nur online. Virtuelles Athletiktraining steht auf dem Programm, zweimal in der Woche. Zusätzlich gehen die Bad Kohlgruber als dritte wöchentliche Einheit zum Laufen – Stichwort Fitness.

Und der Ball? Der ruht im Ammertal. Zumindest vorerst. „Mitte Februar wollten wir wieder draußen trainieren, wenn es der Platz zulässt.“ Momentan tut er dies nicht. Auch wenn die Winter immer milder werden: Mitte Februar hat der Schnee das Werdenfelser Land dann doch meistens im Griff. So auch heuer. An ein ordentliches Fußballtraining ist deshalb beim FC (noch) nicht zu denken.

Klar, nur weil die Fitness passt, werden die Bad Kohlgruber nicht plötzlich von Sieg zu Sieg eilen. Dennoch war es in der Hinrunde ein „Knackpunkt“, wie es Kapitän Johannes Büchl formuliert, warum der FC so chancenlos war. Ein anderes leidiges Thema: Trainingsbeteiligung. Der Spielführer zeigt sich diesbezüglich heuer bislang zufrieden: „Wir sind im Schnitt 10 bis 15 Mann, befinden uns auf einem guten Weg.“ Spieler zum jetzigen Zeitpunkt zu einem Wechsel nach Bad Kohlgrub zu überreden, ist zugegebenermaßen ein eher schwieriges Unterfangen. Und so wundert es nicht, dass auf der Seite der Zugänge bislang die Null steht. Ändert sich das noch bis zum Rückrundenstart? „Wollen wir es hoffen“, erklärt Pajonkowski. Immerhin: Auch Abgänge gibt es bislang nicht zu verzeichnen, niemand hat das vermeintlich sinkende Schiff im Winter verlassen.

Zwölf Zähler Rückstand auf den ersten Relegationsrang bei noch zehn verbleibenden Partien: Der Abstieg in die Kreisklasse ist nur noch theoretisch zu verhindern. Mit der neuen Spielzeit beschäftigt man sich im Ammertal jedoch bislang nicht. „Der Sommer ist bei uns überhaupt kein Thema“, betont Büchl. Auch Pajonkowski bestätigt dies. Und die Vereinsspitze? Vorsitzender Josef Geipl möchte mit dem Tagblatt nicht reden, war zu keiner Stellungnahme bereit. Ohne große Illusionen in Richtung Klassenerhalt, dafür mit großer Lust auf Wiedergutmachung geht der FC in die Rückserie. „Wir wollen und müssen Punkte sammeln“, betont Pajonkowski. Fehlende Fitness dürfte bei diesem Unterfangen dann zumindest keine Rolle mehr spielen. MARCO BLANCO UCLES

Quelle: Freitag, 11. Februar 2022, Garmisch-Partenkirchner Tagblatt / Lokales - Sport